Hallo zusammen
Nachdem ja ein versprochener kurzer Bericht meiner SL Reise längst überfällig ist.
Also, hier für diejenigen die es interessiert.
Diesmal
wollte ich mir das Leben in Sri Lanka hinter den Kulissen, also genauer
Betrachten. Was nichts anderes heißen soll, als ich habe am Leben
meiner singhalesischen Freunde aktiv teilgenommen und sie auch auf
sämtlichen Wegen und Besorgungen usw. begleitet.
Am 4.September war es dann so weit. Abflug via
Doha (Quatar) wo ich fast 4 Std. Aufenthalt in Kauf nehmen musste.
Vorher musste ich noch gehörig kg auspacken, da ich 48 kg Gepäck hatte,
meist Gastgeschenke und nur 20kg Freigepäck. Mit 38kg nahmen sie mich
dann halt Gnadenhalber mit. Quatar Airlines. Die Preise des überfüllten
Flughafens Doha sind jenseits von Gut und Böse. So kostet z.b. ein kl.
Espresso (zwei Schluck) im Plastikbecker US Dollar 3,20 ein Cappuccino
US D. 5,60
Ich wurde wie immer am Flughafen in Colombo bereits
erwartet und die Wiedersehensfreude war groß. Bereits am Weg vom
Flughafen gab es den ersten Stop in der Leed`s international School, wo
ein Spendenscheck des
deutschen Lion Clubs über rp 300 000.-- (etwa € 3.000,--) an die
dortige Direktorin übergeben wurde, welcher die Freude darüber aus dem
Gesicht strahlte.
Todmüde endlich angekommen, trotzdem kleine Wiedersehensfeier, zuviel Arrak.
Am nächsten Tag war ich bereits zu einer singhalesischen Hochzeit im
Dorf Beruwalla eingeladen, welche mit Pausen ca. drei Tage dauerte und
mir wirklich faszinierende Eindrücke der dort dabei herrschenden
Zeremonien und Bräuche bescherte. Es sollten in Folge noch fünf weitere
Hochzeitseinladungen während meines vierwöchigen Aufenthaltes folgen,
von denen ich aber die letzten zwei zum Glück auslassen konnte. (Ohne
wen zu beleidigen)
Mein in der Zwischenzeit zum Freund
gewordener Gast vom Sommer-beginn, (Antiterrorchef von SL) den ich bei
meiner ersten SL Reise im Frühjahr kennen gelernt hatte und welcher
auch einige Tage bei mir in Wien zu Gast war, hat mir Tür und Tor
geöffnet so, dass ich weitere interessante geschäftliche Eindrücke
sammeln konnte. So war ich z.b. im obersten Policedepartement, im
Antiterrorcamp, hab auch die Residenz der zur Zeit noch amtierenden
Ministerpräsidentin Bandaranaike besucht usw. Die Kontrollen dabei sind
sehr streng und ich glaube es ist noch kaum einem Touristen gelungen
dort Zutritt zu erlangen.
Als nächster Punkt stand der Besuch einer Armenschule im Landesinneren am Programm, bei dem ebenfalls ein Scheck in
gleicher Höhe, jedoch in zwei Raten überreicht wurde. Als Auflage
müssen mit dem ersten Teil die sanitären Anlagen dort neu gebaut
werden, da die Alten in einem nicht beschreibbaren Zustand waren, sowie
neue Schultafeln etc, angeschafft werden, erst danach und nach Kontrolle soll der zweite Teil für weitere Verbesserungen folgen.
In einer weiteren Schule durfte ich Zeuge einer Grundsteinlegung für
ein Behindertenklassenzimmer werden, dessen Finanzierung ebenfalls von
meinen Freunden organisiert wurde. Die Zeremonie unter Beisein eines
buddhistischen Mönches und der Empfang dabei war wirklich fast rührend.
Die Dankbarkeit unbeschreiblich. Übrigens dieser Zubau für das
Behindertenklassenzimmer ist mittlerweile fertig.
Auch die Waisenhausrenovierung geht zügig voran. Die Einfriedung ist bereits komplett neu (Vorher) gemacht worden und zur Zeit wird der Dachstuhl samt Dach ebenfalls erneuert.
Insgesamt war ich drei Mal in aller Herrgotts- Frühe am Fischereihafen und
habe mich ein weiteres Mal von der kaum vorstellbaren Vielfalt, dort
tgl. eintreffenden Fischmenge in allen nur erdenklichen Größen und
Arten pers. überzeugt. Allesamt werden ausschließlich nur für SL dort
verkauft.
Unser eigenes Boot war ebenfalls mit Fischen beladen gerade eingetroffen.
Nachdem
es aber immer wieder laufende Probleme mit Öl Undichtheiten gab und
außerdem ein Kaufmann aus dem Süden daran Interesse zeigte, haben wir
dieses in den folgenden Tagen wieder verkauft und ein größeres, diesmal
komplett neu bestellt, es sollte Ende Dezember fertig sein. Mit dem
Baubeginn des Rumpfes wurde, wie nach singhalesischem Brauch üblich an
einem errechneten Glückstag, ebenfalls im Rahmen einer kleinen
Zeremonie, mit anschließenden Erfrischungen, bereits begonnen und es
sollte Anfang Jänner erstmals auf große Fahrt gehen.
Na ich bin
schon neugierig. 4-5 Crewmitglieder welche bereits feststehen, werden
dabei eine für singhalesische Verhältnisse sehr gut bezahlte Arbeit
haben, welche mindestens ebenso viele gesamte Familien gesichert
ernähren wird, da der Fang mit der Crew geteilt wird. Dazu muss man
wissen, dass eine Familie aus meist weit mehr als zehn Personen besteht.
Erst jetzt hatte ich etwas Zeit drei verschiedene Regenwaldbäche zu „erforschen“ bei denen mich meine Freunde begleiteten und welche mich natürlich aquaristisch sehr interessierten.
Die
Fahrt dabei schien kein Ende nehmen zu wollen und vorherige Fußmärsche
teils durch Teeplantagen, teils durch Regenwald, waren auch noch zu
bewältigen. Endlich beim ersten Bach angekommen war es so wie bereits
bei meinem SL Besuch im Frühjahr, bei dem ich meine Messmittel
vergessen hatte, vermutet. Das Wasser dort ist unsagbar weich LW etwa
42 – 45 und ebenso sauer PH ca. 4 – 4,8 Das Wasser ist leicht trüb, der
Boden ziemlich lehmig. Die Ufer dicht bewachsen mit Sumpfpflanzen, im
Wasser ebenso teilw. herrlicher Pflanzenwuchs Cryptos etc. Leider viele
Pflanzen ziemlich groß für ein Becken.
Das Wasser fiel mir auch
dort als sehr warm auf. Ich habe es zwar nicht gemessen aber es waren
sicher über 28° C Härtemessungen habe ich mir auf Grund der enorm
niedrigen LW Wasserwerte erspart, da ohnehin dabei kaum Härte vorhanden
sein dürfte.
Die Bäche sind ziemlich reich an den sonst hier nur
bei uns im AQ zu findenden Fischen und Süßwassergarnelen. Da ich nur
einen kl. Kescher mithatte, hab ich leider keine Fische erwischt, diese
sind pfeilschnell. Einen jungen Welsartigen Fisch, Körperbau ähnlich
Channa mit ca. 12 – 15cm gelang es mir aber zu fangen. Werde ihn später
genauer an Hand von Unterlagen identifizieren und das Resultat bekannt
geben. Da ich aber bereits dort wusste, dass diese Art ziemlich groß
wird, ließ ich ihn wieder frei.
An den Ufern dieser Bäche wimmelt
es nur so von kleinen (Blut-?) Egel. Einmal wurde es binnen Minuten
finster wie in der Nacht und es begann noch schneller zu schütten, wie
unter einer Dusche. Wir hatten Mühe das Gewand, Fotoapparate, Proviant
usw. rechtzeitig in Plastiksäcke zu stopfen. Wir konnten nur wie
geduschte Pudel warten, denn Unterschlupf bietete lediglich für einige
Minuten das Blätterdach des Waldes am Ufer. So schnell dieser Regenspuk
begonnen hatte, war er auch wieder vorbei. Nach einer ca. halben Stunde
strahlte wieder die Sonne und es war keine einzige Wolke mehr zu sehen.
Bei anderen Wassermessungen stellte ich fest, auch das
Leitungswasser hat nur sehr wenig LW ca. 200 bei einem PH ca. >8 Bei
weiteren Messungen aus Küstennahen Brunnen dachte ich aber mein LW
Messgerät ist kaputt, aus den Brunnen kommt das W. mit LW >2000 was
vermutlich noch mit dem Tsunami und dem dabei ins Grundwasser gelangtem
Salzwasser zu tun haben dürfte.
Vielleicht noch so am Rande, ich
war fast täglich beschäftigt bzw. hatte Termine und war aus gleichem
Grund lediglich drei Mal in vier Wochen am Strand baden. Baden kann man
um diese Zeit ohnehin nur hinter der Lagune da das Meer davor oder
daneben, enorme Lebensgefährliche Strömungen aufweist.
Leider habe
ich auch miterleben müssen, wie drei einheimische ca. 12 –14 Jahre alte
Buben dies offensichtlich nicht beachteten und so zu Tode kamen. Nein,
ich war nicht unmittelbar dabei, aber ich kam zurecht als sie wieder,
unter bereits Anwesenden singhalesischem Fernsehen, tot vom Meer zurück
an den Strand gespült wurden.
Selbst hinter der Lagune glaubte man eher in einem Fluss zu stehen, welcher ständig die Strömungsrichtung wechselte.
Fazit:
Das Leben hinter den Touristenhotels, sieht anders aus.
Es
kann ziemlich anstrengend sein in SL zu leben. Was wir hier überall
leicht um jede Ecke besorgen können, bedarf dort oft einer Fahrt nach
Colombo (ca. 60km.) was alleine ca. 2,5 – 3Std. hin und die selbe Zeit
wieder retour bedeutet. Die Straßendisziplin ist der blanke Horror,
zumal noch obendrein Linksverkehr besteht.
Die Hygienischen
Verhältnisse sind mancherorts, vorsichtig ausgedrückt eher
gewöhnungsbedürftig. „Milliarden“ Fliegen und Ameisen, wenn man nicht
alles was mit Lebensmittel zu tun hat, z.b. Teller, sofort reinigt. Ich
habe auch ca. 7-9cm große Kakerlaken gesichtet die obendrein auch noch
fliegen. Des Nachts Moskitos. Ohne Moskitonetz oder A.C. ist Schlafen
so gut wie nicht möglich.
Totz alledem, hab ich alles gegessen und
getrunken, wie die Einheimischen. Leitungswasser, Eiswürfel, Salat,
Obst, Speiseeis, von Straßenständen gegessen von dem so Mancher sicher
Scheu hätte selbst das Wechselgeld zu berühren. Alles trotzdem ohne die
geringsten Probleme überstanden.
Auch das Einheimischenessen ist
sicher nicht jedermanns Sache. Es gab oftmals bereits zum Frühstück
Speisen, so scharf, dass man glaubt es hebt einem die Schädeldecke ab,
dabei bevorzuge ich normaler Weise scharfes Essen.
Trotz alledem freue ich mich bereits auf ein nächstes Mal.
Noch einige nicht ganz AQ uninteressantes Details.
Fast
jede Familie die das Glück hatte durch höhere Lage, vom Tsunami nicht
unmittelbar (baulich) betroffen worden zu sein, besitzt ein Aquarium.
Was ich dabei sah ist fast nicht zu glauben.
Es sind nicht AQ in unserem Sinne sondern
regelrechte meist überbesetzte gemischte Fischsuppen, bei denen eine
Art nie fehlte, Goldfische in allen Variationen bis hin zu asiatischen
Qualzuchten. Diese schwimmen neben Scalare, Guppys, Neon, versch.
Zwergfadenfische (Trichogaster), den dort obligatorischen
"Fensterputzer" Ancistrus, siam. und Schönflossen- Rüsselbarben sowie
Danios im selben Wasser und AQ.
Pflanzen gibt es trotz reichliche Vorkommen im Land nur in Plastikform.
Filter sind so gut wie unbekannt und auch nicht erhältlich.
Als
einziges auch in AQ "Fachgeschäften vorhandenen Futter ist lediglich
ein blaues "no name" Granulat mittlerer Körnung, Herkunft und
Zusammensetzung unbekannt. Gekauft wird es nach Gewicht und entnommen
einem ca. 25kg Sack.
Dafür fehlt nirgends der perlende Taucher.
Wasser wird dann gewechselt, wenn man die Fische kaum noch sieht vor Trübung.
WW
geht so vor sich, Fische in Kübel, alles sauber geschrubbt, LW ins
Becken, dazu muß man wissen, dass man LW in warmen Zustand so gut wie
nicht trinken kann, so stark schmeckt man das Chlor, Kübelinhalt zurück
ins Chlorwasser, fertig.
Sehr verblüffend finde ich auch, daß ich
während meiner gesamten 4 wöchigen Anwesenheit trotz dieser Methode und
den überall vorhandenen enormen Überbesatz, weder privat noch in den AQ
Geschäften, die aber kaum den Namen verdienen, einen einzigen toten
oder kranken Fisch gesehen habe.
Ich frage mich was ist dabei mit dem zu erwartenden No2 Peak???
Warum überlebt dort alles bei diesen Verhältnissen???
Wenn man vergleichsweise hier in diverse
Baumärkte geht, sieht man tote oder kranke Tiere in den diversen
Becken, die aber gegenüber dort fast klinisch sauber wirken, förmlich
zu Hauf.
Dort weiß niemand was von Wasserchemie, WW. artgerechter Haltung usw.
Und trotzdem leben sie und sehen durchaus nicht schlecht aus.
Aber bitte keinesfalls nachahmen!!! Ich weiß nicht was es dort ausmacht, aber bei uns hier wäre die Katastrophe sicher unvermeidlich.
Ich sah des weiteren wie reinrassige und andere
Hunde mit einem Berg Fischgräten gefüttert wurden, welche auch mit
Begeisterung angenommen wurden. Hühnerknochen und die enorm scharfen
"Überbleibsel" diverser Mahlzeiten, natürlich sowieso. Unverständlich
für unser Denken diesbezgl. Für mich steht aber so gut wie fest, die
äußerst scharfen Reste diverser Mahlzeiten müssen zwangsweise
lebensverkürzend wirken.
Ich sah ebenfalls, wie Hunde Ratten erwischten, diese töteten und mit Begeisterung frassen.
Ja,
ich weiß, es wurden in früheren Zeiten speziell der Yorkshireterrier
extra dafür gezüchtet. Würde aber hier ein Hund eine Ratte fressen
vermute ich, daß bei vielen Rassen die folgenden Tierarztkosten nicht
unerbeblich sein würden.
So, im Großen und Ganzen war`s das eigentlich ich hoffe ich hab nichts wichtiges vergessen.
LG
Fritz
PS.:
Weitere diesbezgl. Foto- Updates sind teilw. auf der Web Site unter
NEWS und Waisenhaus / Baufortschritte bildlich eingebaut.
http://www.fwfalarm.at/sri_lanka/
