Einmal von diesem Virus befallen, gibt es wenige Chancen auf Heilung. Und bei Entzug bekommt man leicht einen Rückfall.
Tja, angefangen hat alles mit einem Goldfischglas.
Goldfischglas ist übertrieben. Eher ein riesiges Gurkenglas.
Mehr konnte man sich vom Taschengeld nicht leisten. Zwei Goldfische und
ein Gurkenglas von einem Gasthof. Ein wenig Kies und eine kleine
Plastikpflanze.
Das erste Aquarium war fertig.
Doch irgendwie war da nicht so viel Schwimmraum.
Ich konnte meinen Klassenlehrer überreden, das die ganze Klasse ein
wenig Geld zusammenlegt, damit wir uns ein grösseres Glas kaufen und
ich meine fische darin einsetze. Gesagt, getan.
Das Geld reichte sogar noch für einen kleinen Filter.Die ersten Schritte waren gemacht.
Da kam die Berufsschulzeit in Salzburg. Ich fuhr zweimal in der Woche
in die Tierhandlung Fische schauen. Ich wusste genau, wie mein Aquarium
aussehen soll, wenn da nicht ein kleines Problem gewesen wäre.
Mein Vater.
Er hatte Angst, das Aquarium könnte brechen und ihm die Wohnung unter Wasser setzen.
Eines Tages war es dann soweit. Die erste eigene Wohnung, das erste
eigene Aquarium. 60 Liter Guppy, Platy, Zebrabärblinge usw.
Es
wurde gepflegt und gehegt wie ein kleiner Schatz. Die Freude währte
nicht lange. Scheidung. Wohnung weg, Auto weg und Aquarium weg.
Die Zeit vergeht, neue Liebe kommt, man baut sich komplett ein neues Leben auf.
Jetzt sitze ich mit meiner Frau im Wohnzimmer und sehe auf drei Becken.
Sie liebt Fische genauso wie ich. Und ein Virus muss nicht immer
schlimm sein.
Er kann auch Freude bereiten.
Euer Chris
