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Cyanobakterien – doch kein Problem?  
Geschrieben von kekule am Donnerstag, 10. Januar 2008

Meerwasser
Cyanobakterien – doch kein Problem?

Peter Pigl

Nach meinem Bericht im Oktober 2003 über Clibanarius und Schmieralgen (www. korallenriff.de) hat es tatsächlich bis Mai 2005 gedauert, bis „endlich einmal“, Cyanobakterien (Blaualgen) auftraten! Interessant ist, dass das Auftreten akkurat mit einem Salzwechsel zu beobachten war. Ich verwende normalerweise ausschließlich Reef Crystal, habe ab im April 2005 dann TM Pro Reef verwendet. Nun möchte ich keinesfalls dem Salz die Schuld geben, zumal ich ziemlich zeitgleich auch „Jaubert-Plenum“ installiert habe und insgesamt dann doch einige unabwägbare Änderungen aufgetreten sein dürften.

Die Aquarien-Aufnahmen sind von einem 200-Liter-Becken, welches mit dem Hauptbecken zusammengeschlossen ist. Im Hauptbecken konnte ich Cyanobakterien nur sehr sporadisch und in kleinsten Mengen beobachten, das kleine Becken hat es dafür voll erwischt. Der für diesen Bericht relevante Unterschied zwischen beiden war, dass sich im kleinen Becken z. Z. des Befalls keine Einsiedlerkrebse befunden haben. Wasser, Strömung und Licht waren in etwa identisch. Soviel ich bisher über Cyanobakterien gelesen habe, glaube ich auch, dass Wasserwerte, Licht, Strömung usw. für diese eigentlich so gut wie keine Bedeutung haben. Es ist eben Leben, wie es u. a. auch im Riff vorkommt. Ausnahmsweise denke ich, dass das Problem durch Bekämpfung der Wirkung und nicht der Ursache Sinn macht, zumal bei einem funktionierenden System die Änderung diverser Parameter eher gefährlich ist. Dafür sprach ja auch meine Situation.

Chronologie

* 7. Juli 2005: Einzug von 20 Einsiedlerkrebsen, Clibanarius sp; für Ausflüge an die
frische Luft gab's auch einen kleinen Riffpfeiler (Bild 1).

 
 Bild1
 

* 40 Minuten später ist man voll bei der Sache, die Cyanos-Mahlzeit hat begonnen und
offensichtlich schmeckt's (Bild 2).

 
 
 Bild2
 

* 15. Juli 2005: die Sache ist schon seit einigen Tage gegessen; im wahrsten Sinne
des Wortes (Bild 3).

 
 
 Bild3

Es gab auch keinerlei Nachwuchs von Grünalgen. Ich befürchtete, dass der kleine Bestand an Kriechsprossalgen, Caulerpa ssp, in wenigen Tagen Geschichte sein würde. Dem war aber nicht so, allerdings wurde er schon gut um die Hälfte reduziert. Es wird aber alles „Schmierige“ von den Einsiedlerkrebsen eindeutig bevorzugt. Andere Konsumenten sind übrigens im Becken nicht vorhanden.


Resümee

Ich möchte dazu klarstellen dass, eine prompte Bereinigung des Cyanobakterien-Problems so nicht zu erreichen ist. Wo die Tierchen nicht hinkommen, gibt es noch immer Cyanobakterien. Ihr Vorkommen reduziert sich allerdings auf die Scheiben (wird auch immer weniger, ist für Cyanobakterien anscheinend nicht sonderlich bequem) und damit kann ich leben. Ziemlich sicher spielt sich das nach einigen Wochen wieder ein. Wichtig erscheint mir, dass ich ohne irgendwelche Chemie oder nerviger Absaugerei die Störung der sessilen Einwohner absolut vermeiden kann.


Noch ein Tipp am Ende

Ich habe Anfangs natürlich schon vorhandene Einsiedler umquartiert. Aber anscheinend waren die Burschen so satt, dass sie ganz einfach zu wenig von dem Zeugs gefuttert haben. Sie verhindern offensichtlich das Auftreten von Cyanobakterien (Bild 4), bei einem massiven Befall sind sie aber nicht wirklich effizient und eine Hungerkur wäre dann doch unfair.

 

 
 Bild4

Bei den frisch importierten Einsiedlern ging es dann ruck zuck, das Bordservice bei der Anreise dürfte recht dürftig sein.


© „ATInfo" 8-9/2007

Cyanobakterien – doch kein Problem?

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