AUSTRIAN AQUANET
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AUSTRIAN AQUANET Forum 23. Mai 2012, 21:58:55 *
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Autor Thema: Pärchenegel-Planarien-Fisch TBC wie gefährlich sind die für uns Menschen?  (Gelesen 864 mal)
Joe
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« am: 12. Oktober 2009, 16:37:01 »

Pärchenegel-Planarien-Fisch TBC wie gefährlich sind die für uns Menschen?

Pärchenegel sollen ja nur über Schnecken in unsere heimischen Aquarien kommen! /Wildfänge! /Zucht?
Über die Erkrankungsmöglichkeit ist im Netz vieles zu lesen, aber ich hab nichts im Zusammenhang mit Aquarien gesehen.

über Planarien kann man im Netz vieles über deren Bekämpfung lesen, aber ich hab nichts gesehen, ob es Schädlinge bzw. Krankheiten überträgt?

Fisch TBC wird am Besten erklärt und allseits verständlich, ABER
muss ich ein Becken nach der Erkrankung der Tiere räumen, oder hat die Medizin gereicht, um wieder ins Wasser greifen zu können?

Auch in div. Aquaforen liest man praktisch nichts (Suchfunktion)


Liebe Grüße

Hans
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Reinhard
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Hippocambus Zosterae


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« Antwort #1 am: 13. Oktober 2009, 20:30:10 »

Hallo Hans!

Pärchenegel-Planarien-Fisch TBC wie gefährlich sind die für uns Menschen?

Pärchenegel sollen ja nur über Schnecken in unsere heimischen Aquarien kommen! /Wildfänge! /Zucht?
Über die Erkrankungsmöglichkeit ist im Netz vieles zu lesen, aber ich hab nichts im Zusammenhang mit Aquarien gesehen.

Warum machst Du Dir dann Sorgen?

über Planarien kann man im Netz vieles über deren Bekämpfung lesen, aber ich hab nichts gesehen, ob es Schädlinge bzw. Krankheiten überträgt?

Planarien sind selbst Schädlinge die am Laich oder empfindliche Tiere gehen können.
Habe noch nicht gehört das sie Krankheit übertragen können.

Fisch TBC wird am Besten erklärt und allseits verständlich, ABER
muss ich ein Becken nach der Erkrankung der Tiere räumen, oder hat die Medizin gereicht, um wieder ins Wasser greifen zu können?

Welche Medizin?
Ist wie  ein  grippaler Infekt, die bekommst Du nicht weg.
Einige Fische sind darauf sehr empfindlich, anderen macht das gar nichts.
Gute Wasserwerte, gutes Futter, kein Stress und Du wirst keine Probleme damit haben.

Auch in div. Aquaforen liest man praktisch nichts (Suchfunktion)


Liebe Grüße

Hans

Elena Rotfeuerfisch wird sich sicher auch noch zu Ihrem Spezialgebiet melden.
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Reinhard
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Derzeit ca. 13 Süß- und Meerwasserbecken, 1 Terrarium und 1 Gartenteich. Im Sommer Freiland und Glashaushaltung.
Joe
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« Antwort #2 am: 13. Oktober 2009, 23:08:23 »

Hallo Reinhard!

Danke für Deine richtige Erklärung!
Folgendes möchte ich hier noch komplettieren, welches mir von einem anderen Fachmann geschrieben wurde:

Betreffend Deiner Befürchtung kann ich Dich beruhigen ! Ich war einige Jahre in Ostafrika tätig und kenne mich dank den Studien an unserem Tropeninstitut in Basel mit etlichen Tropenkrankheiten (so sie mit Wasserorganismen zu tun haben . . .) aus.

Also, die Schistosomasia (früher nach ihrem Entdecker Dr. Th. Bilharz Bilharziose genannt) ist tatsächlich nur auf tropische Gebiete beschränkt, d.h. Afrika südlich der Sahara sowie in einigen Gebieten in Südamerika (Brasilien, Argentinien).

Von den fünf Arten aus der Trematoden-Gattung Schistosoma ist S. mansonia als Urheber der Krankheit auch besonders verbreitet. Aber diese Trematode benötigt für die Entwicklung der Eier Posthornschnecken aus der Gattung Biomphalaria als Zwischenwirt.

Diese jedoch lebt nur in den Gewässern der oben genannten Gebieten: in unseren Zoogeschäften ist sie nicht vorhanden . . . und damit auch noch nie in unseren Aquarien aufgetaucht.

Nach den Ausführungen vom Deutschen Auswärtigen Amt ist zudem eine Verschleppung durch Immigranten nicht zu befürchten, weil bei uns der Zwischenwirt (die Posthornschnecke) fehlt.


PS: Ich hatte Bedenken, weil auch Kinder mit dem Aquarium zu tun haben!

Liebe Grüße

Hans
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« Antwort #3 am: 14. Oktober 2009, 20:33:52 »

Hallo an alle Interessierten! Huch
Es freut mich immer wieder , wenn so ein Thema aufgegriffen wird und ich ein wenig Input liefern kann!

1.)Zum Thema Schistosomiasis: die Frage wurde von Joes Bekannten bereits sehr fundiert beantwortet, vielleicht noch ein paar Details dazu: Schistosomiasis ist nach Malaria die zweithäufigste parasitäre Erkrankung, aber eben auf die Gebiete südlich der Sahara, Südamerika (Brasilein, tw. Karibik) und SO-Asien (v.a. China) begrenzt. In unsere Breiten gelangt Schistosoma nur als erkrankter Tourist. Übertragungen aus dem Aquarium sind  - gottseidank- unbekannt. Die Therapie ist bei richtiger Diagnose sehr einfach (spezifische Wurmmittel - Praziquantel) Wenn es wen interessiert, ich habe einiges an wissenschaftlicher Literatur dazu.
2.) Planarien: für Menschen ungefährlich - ganz einfach gesagt
3.) Fisch-TBC: das ist ein langes Kapitel:
hier ein Auszug aus einem Bericht, den ich für die ATA geschrieben habe:
Erreger:
sogenannte atypischen Mycobakterien-Mycobacterium marinum, M. fortuitum und M. chelonei.

Diese Erreger führen bei unseren Aquarienfischen zur typischen Fischtuberkulose. Bei frei lebenden Fischen und auch in der Nutzfischzucht tritt Fischtuberkulose nur selten auf, bei den Zierfischen scheinen Buntbarsche besonders empfänglich zu sein.

Der Erreger alleine genügt oft nicht zum Ausbruch der Erkrankung, es sind immer noch weitere Stressfaktoren vorhanden, die zum Ausbruch der Tuberkulose führen. Ein Neuzukauf kann auf der einen Seite  einen Bestand infizieren, kann aber auch durch die Neubesetzung und Revierbildung eine, bei den bereits im Becken befindlichen Tieren, unbemerkte Tuberkulose zum Ausbruch bringen.
Der Verlauf kann sehr dramatisch sein und innerhalb von ein bis zwei Wochen zu Totalverlust des Bestandes führen. In den meisten Fällen verläuft die Tuberkulose chronisch schleichend und es zeigen sich nur vermehrte Ausfälle über einen längeren Zeitraum.
Die Tuberkulose ist eine unheilbare bakterielle Infektion! Die Symptome sind eigentlich unspezifisch. Es kommt zu Abmagerung, Kümmern, das Tier sondert sich vom Schwarm ab. Typischere Symptome sind dann das Auftreten von Glotzaugen, Wirbelsäulenverkrümmungen und Hautgeschwüre. Der Krankheitsverlauf streckt sich meist über längere Zeit, kann Wochen bis Monate dauern.
Auch ein akuter Verlauf möglich, hier sterben die Tiere innerhalb weniger Tage oft ohne wesentliche Symptome, erst durch die Sektion bekommt man Hinweise auf die Tuberkulose (oft Bauchfellentzündung).
Als  Aquarianer infiziert man sich mit Fischtuberkulose über Hautwunden. Der Erreger gelangt über kleinste Verletzungen in den Körper. Die Infektion erfolgt durch den Kontakt mir Aquarienwasser oder erkrankten Fischen.
Das klassische Symptom sind die von den Dermatologen als Schwimmbadgranulome bezeichneten Hautveränderungen.
Es sind dies Knoten in der Haut, die erbsen- bis nussgroß sein können, einzeln auftreten oder auch zu mehreren Knoten nebeneinander.
Diese Knoten sind sehr hartnäckig und verschwinden unbehandelt oft erst nach vielen Monaten bis Jahren. Die Therapie erfolgt durch spezifische Antibiotika, bzw. auch chirurgisch durch großzügiges Entfernen des Knotens.
Es gibt aber auch Fälle von ernsten Verläufen, wo sich die Infektion bis in tiefere Gewebeschichten vorarbeitet und in schwersten Fällen zu Gelenksentzündungen, Sehnenscheidenentzündungen bis hin zu Entzündungen des Knochenmarks führt.
Diesen Verlauf findet man bei Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie z.B. HIV-Patienten, Patienten mit langdauernden Kortisontherapien oder anderen Immunsuppressiva.

Die Tendenz des Auftretens der Fischtuberkuloseinfektionen beim Menschen ist ansteigend. Sehr oft wird die Erkrankung lange nicht erkannt bzw. fehldiagnostiziert.
Daher sollte man als Patient mit dieser Symptomatik den Hautarzt immer über den Aquarienbesitz informieren!

Wie oben schon gesagt handelt es sich um eine unheilbare Erkrankung und auch unbehandelbare(!)Erkrankung. Offensichtlich erkrankte Tiere sollten so rasch als möglich entfernt und getötet werden. Es dürfen keine neuen Tiere dazugesetzt werden.
In einem einzelnen Aquarium ist eine Sanierung möglich, aber aufwändig, das ganze Aquarium muss ausgeräumt werden, inklusive der Pflanzen und des Bodengrunds – das muss alles vernichtet werden, alle Einrichtungsgegenstände müssen thermisch sterilisiert werden.
Neue Fische nur aus sicher tuberkulosefreien Beständen einsetzen.
In der Praxis ist das aber meist nicht durchführbar. Viele Hobbyaquarianer sind selber schwer mit dem Aquaristikvirus infiziert und besitzen ja nicht nur ein Aquarium sondern ganze Zuchtanlagen.
Hier kann man nur gezielte Vorbeuge und Hygiene betreiben:
Dazu gehört die Schaffung optimaler Haltungsbedingungen. Das betrifft vor allem die Wasser- und Futterqualität.
Genauso sollte man Stresszustände – wie z.B. Überbesatz, unverträgliche Arten- bei den Tieren vermeiden.
Neuzugänge sind zunächst in Quarantäne zu halten.

Viel Spaß beim Lesen und natürlich stehe ich immer für Fragen zur Verfügung!

Elena

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« Antwort #4 am: 14. Oktober 2009, 20:51:56 »

Das klassische Symptom sind die von den Dermatologen als Schwimmbadgranulome bezeichneten Hautveränderungen.
Es sind dies Knoten in der Haut, die erbsen- bis nussgroß sein können, einzeln auftreten oder auch zu mehreren Knoten nebeneinander.
Diese Knoten sind sehr hartnäckig und verschwinden unbehandelt oft erst nach vielen Monaten bis Jahren. Die Therapie erfolgt durch spezifische Antibiotika, bzw. auch chirurgisch durch großzügiges Entfernen des Knotens.
Es gibt aber auch Fälle von ernsten Verläufen, wo sich die Infektion bis in tiefere Gewebeschichten vorarbeitet und in schwersten Fällen zu Gelenksentzündungen, Sehnenscheidenentzündungen bis hin zu Entzündungen des Knochenmarks führt.
Diesen Verlauf findet man bei Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie z.B. HIV-Patienten, Patienten mit langdauernden Kortisontherapien oder anderen Immunsuppressiva.

Die Tendenz des Auftretens der Fischtuberkuloseinfektionen beim Menschen ist ansteigend. Sehr oft wird die Erkrankung lange nicht erkannt bzw. fehldiagnostiziert.
Daher sollte man als Patient mit dieser Symptomatik den Hautarzt immer über den Aquarienbesitz informieren!

Viel Spaß beim Lesen und natürlich stehe ich immer für Fragen zur Verfügung!

Elena

Servus rotfeuerfisch!

Hmm...da sollte man eigentlich Bedenken bekommen, wenn auch Kinder damit in Berührung kommen...oder?

Dachte immer, dass bei entsprechender Behandlung beim Menschen keine so große Gefahr besteht (ausser langwierig), oder seh ich das zu ängstlich?

Grüße, Joe
« Letzte Änderung: 14. Oktober 2009, 20:56:21 von Joe » Gespeichert
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« Antwort #5 am: 14. Oktober 2009, 21:05:10 »

Hallo Joe!
Keine Panik - Kinder haben normalerweise ein Super- Immunsystem!  Zwinkernd Die isikogruppen habe ich ja angeführt
Was man aber trotzdem immer gleich beibringen sollte - Hände waschen nach dem arbeiten im Aquarium!  Erreger wie E. coli und salmonellen spielen da eher eine Rolle!
Aber wie gesagt - keine Panik, gesunde Organismen kommen mit solchen Herausforderungen gut zurecht. Man sollte nur Bescheid wissen!

Lg
Elena
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« Antwort #6 am: 14. Oktober 2009, 21:23:05 »

Servus rotfeuerfisch!

Ein bischen Bedenken wegen mir (55) hatte ich schon auch, aber zur Risikogruppe gehöre ich nicht  Zwinkernd
Aber die erwähnte Risikogruppe hat es ansonsten sowieso schwer mit anderen Infektionsgefahren im täglichen Leben und sind daher keine Maßstab hierzu wie du richtig erwähnt hast. (so hätte ich es verstanden)

Danke für deine Ausführung!


LG. Joe

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