Hallo an alle Interessierten!

Es freut mich immer wieder , wenn so ein Thema aufgegriffen wird und ich ein wenig Input liefern kann!
1.)Zum Thema
Schistosomiasis: die Frage wurde von Joes Bekannten bereits sehr fundiert beantwortet, vielleicht noch ein paar Details dazu: Schistosomiasis ist nach Malaria die zweithäufigste parasitäre Erkrankung, aber eben auf die Gebiete südlich der Sahara, Südamerika (Brasilein, tw. Karibik) und SO-Asien (v.a. China) begrenzt. In unsere Breiten gelangt Schistosoma nur als erkrankter Tourist. Übertragungen aus dem Aquarium sind - gottseidank- unbekannt. Die Therapie ist bei richtiger Diagnose sehr einfach (spezifische Wurmmittel - Praziquantel) Wenn es wen interessiert, ich habe einiges an wissenschaftlicher Literatur dazu.
2.) Planarien: für Menschen ungefährlich - ganz einfach gesagt
3.) Fisch-TBC: das ist ein langes Kapitel:
hier ein Auszug aus einem Bericht, den ich für die ATA geschrieben habe:
Erreger:
sogenannte atypischen Mycobakterien-Mycobacterium marinum, M. fortuitum und M. chelonei.
Diese Erreger führen bei unseren Aquarienfischen zur typischen Fischtuberkulose. Bei frei lebenden Fischen und auch in der Nutzfischzucht tritt Fischtuberkulose nur selten auf, bei den Zierfischen scheinen Buntbarsche besonders empfänglich zu sein.
Der Erreger alleine genügt oft nicht zum Ausbruch der Erkrankung, es sind immer noch weitere Stressfaktoren vorhanden, die zum Ausbruch der Tuberkulose führen. Ein Neuzukauf kann auf der einen Seite einen Bestand infizieren, kann aber auch durch die Neubesetzung und Revierbildung eine, bei den bereits im Becken befindlichen Tieren, unbemerkte Tuberkulose zum Ausbruch bringen.
Der Verlauf kann sehr dramatisch sein und innerhalb von ein bis zwei Wochen zu Totalverlust des Bestandes führen. In den meisten Fällen verläuft die Tuberkulose chronisch schleichend und es zeigen sich nur vermehrte Ausfälle über einen längeren Zeitraum.
Die Tuberkulose ist eine
unheilbare bakterielle Infektion! Die Symptome sind eigentlich unspezifisch. Es kommt zu Abmagerung, Kümmern, das Tier sondert sich vom Schwarm ab. Typischere Symptome sind dann das Auftreten von Glotzaugen, Wirbelsäulenverkrümmungen und Hautgeschwüre. Der Krankheitsverlauf streckt sich meist über längere Zeit, kann Wochen bis Monate dauern.
Auch ein akuter Verlauf möglich, hier sterben die Tiere innerhalb weniger Tage oft ohne wesentliche Symptome, erst durch die Sektion bekommt man Hinweise auf die Tuberkulose (oft Bauchfellentzündung).
Als Aquarianer infiziert man sich mit Fischtuberkulose über Hautwunden. Der Erreger gelangt über kleinste Verletzungen in den Körper. Die Infektion erfolgt durch den Kontakt mir Aquarienwasser oder erkrankten Fischen.
Das klassische Symptom sind die von den Dermatologen als Schwimmbadgranulome bezeichneten Hautveränderungen.
Es sind dies Knoten in der Haut, die erbsen- bis nussgroß sein können, einzeln auftreten oder auch zu mehreren Knoten nebeneinander.
Diese Knoten sind sehr hartnäckig und verschwinden unbehandelt oft erst nach vielen Monaten bis Jahren. Die Therapie erfolgt durch spezifische Antibiotika, bzw. auch chirurgisch durch großzügiges Entfernen des Knotens.
Es gibt aber auch Fälle von ernsten Verläufen, wo sich die Infektion bis in tiefere Gewebeschichten vorarbeitet und in schwersten Fällen zu Gelenksentzündungen, Sehnenscheidenentzündungen bis hin zu Entzündungen des Knochenmarks führt.
Diesen Verlauf findet man bei Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie z.B. HIV-Patienten, Patienten mit langdauernden Kortisontherapien oder anderen Immunsuppressiva.
Die Tendenz des Auftretens der Fischtuberkuloseinfektionen beim Menschen ist ansteigend. Sehr oft wird die Erkrankung lange nicht erkannt bzw. fehldiagnostiziert. Daher sollte man als Patient mit dieser Symptomatik den Hautarzt immer über den Aquarienbesitz informieren!
Wie oben schon gesagt handelt es sich um eine
unheilbare Erkrankung und auch
unbehandelbare(!)Erkrankung. Offensichtlich erkrankte Tiere sollten so rasch als möglich entfernt und getötet werden. Es dürfen keine neuen Tiere dazugesetzt werden.
In einem einzelnen Aquarium ist eine Sanierung möglich, aber aufwändig, das ganze Aquarium muss ausgeräumt werden, inklusive der Pflanzen und des Bodengrunds – das muss alles vernichtet werden, alle Einrichtungsgegenstände müssen thermisch sterilisiert werden.
Neue Fische nur aus sicher tuberkulosefreien Beständen einsetzen.
In der Praxis ist das aber meist nicht durchführbar. Viele Hobbyaquarianer sind selber schwer mit dem Aquaristikvirus infiziert und besitzen ja nicht nur ein Aquarium sondern ganze Zuchtanlagen.
Hier kann man nur gezielte Vorbeuge und Hygiene betreiben:
Dazu gehört die Schaffung optimaler Haltungsbedingungen. Das betrifft vor allem die Wasser- und Futterqualität.
Genauso sollte man Stresszustände – wie z.B. Überbesatz, unverträgliche Arten- bei den Tieren vermeiden.
Neuzugänge sind zunächst in Quarantäne zu halten.
Viel Spaß beim Lesen und natürlich stehe ich immer für Fragen zur Verfügung!
Elena