Hallo Icey
Na siehst Du es geht doch. *g*
Hab mir das nun ein wenig durch den Kopf gehen lassen und komme zu folgenden Überlegungen:
Als erster Punkt, es fehlt bei deinen Angaben der No2 Wert (Nitrit) Eine der wichtigsten Werte überhaupt in einem Becken.
No2 darf keinesfalls nachweisbar sein!!!
Ich werde dir nun mitteilen, wie ich an deiner Stelle vorgehen würde, um ein Becken zu bekommen an dem ich lange Freude habe.
Den pH Wert würde ich versuchen zu senken so, dass er in etwa zwischen 6 und 7 liegt.
Ich habe dazu einmal einen Artikel über die verschiedenen Möglichkeiten dazu geschrieben den Du hier im Archiv unter "Möglichkeiten der pH Wert Senkung" finden kannst:
http://www.austria-aqua.net/News-file-article-sid-60.htmlIch persönlich finde es für eine Anfangsphase eines Beckens wichtig, so viel Wasserwerte wie möglich zu messen und vor allem zu wissen. Erst danach gebe ich Ralph und Co recht die meinen, zwei drei Werte zu messen würden reichen.
Möglicherweise hast Du Cu (Kupfer) oder sonst einen Schadstoff im Wassr ohne es zu wissen.
Es ist aber auch eine Frage der persönlichen Erfahrung sofort am Verhalten oder am Zustand der Pflanzen etc. zu merken, dass was aus dem Lot läuft und es handelt sich bei diesen Aussagen um enorm erfahrene Aquarianer, das denke ich, sollte man nicht vergessen wenn man solche Empfehlungen, die natürlich in Folge absolut richtig sind, gibt.
Weiters würde ich aufhören zu viel am Becken selbst "herumzudoktern". Also, kein Aqua S. ins Wechselwasser. Keine Vitamintropfen ins Wasser. Wenn schon, dann ab und zu direkt vor Verfütterung ein zwei Tropfen aufs Flockenfutter.
das ist wesentlich effektiver und zielführender. Außerdem hilft es den Geldbeutel zu schonen.
Wenn schon Zusatzmittel, dann einmal die Woche, oder auch weniger oft, Easy Life flüssiges Filtermedium. Vorsicht ist eher teuer. Aber das einzig mir bekannte akzeptable, unbedenkliche und auch wirksame Mittel. Über den möglichen Ersatz mittels separater Zeolith- Filterung will ich mich hier nicht zusätzlich "auslassen", sonst wird es zu viel.
Beim Wasserwechsel wenn möglich keinen, oder nur den sichtbar an der Vorderseite abgelagerten Mulm / Schlamm absaugen. Mulm in Maßen trägt wesentlich dazu bei ein Becken zu stabilisieren. Außerdem befinden sich darin Mitkroorganismen die durchaus von Jungfischen als willkommener Zusatz verspeist werden.
Deine Filtertype kenne ich nicht im speziellen, aber ich würde bis auf die beiden Schwämme sämtliches andere Filtermaterial langsam und mit Vorsicht, also nicht alles auf einmal, rausschmeißen und mit ganz normaler Filterwatte ersetzen.
Danach den Filter bis auf weiteres absolut nicht mehr angreifen!!!
Was mir noch aufgefallen ist, bis auf das Hornkraut hast Du keine sehr guten O2 (Sauerstoff) Spender. Außerdem gedeihen deine Pflanzen eher bei etwas gemäßigterer Wärme, ich würde dir aber eine Wassertemp. von ca. 26-27°C vorschlagen.
Das Pfennigkraut ist überhaupt eher eine Landpflanze.
Vorschlag: Hygrophila Polisperma (oder ähnlich schnellwachsende) dazusetzen. Diese Pflanze wächst sehr schnell, entnimmt also auch dementsprechend Schadstoffe dem W. ist anspruchslos und ist ein exzellenter O2 Spender.
Füttern würde ich so abwechslungsreich wie möglich und nur einmal am Tag mäßig. Dazu würde ich mir von Helga hier aus dem Forum, eine Packung Züchterflocke und Spirulinaflocken besorgen. Das JBL Krillfutter würde ich beibehalten. Lebendfutter, würde ich bis auf weiteres einstellen und rote Mückenlarven und Tubifex überhaupt nicht füttern. Eventuell ab und zu gefrorene Cyclops mit einem Tropfen deines vorhandenen Vitamins.
Der Regenbogenstein mag ja für einige unter den Aqarianern dekorativ aussehen, aber letztendlich ist er ein Kunstein der im wesentlichen aus Calcit, Coelestin und Kunstharz, sowie ebenfalls künstlichen Farbpigmenten besteht, er flöge ebenfalls bei mir raus. (Das ist aber eher zu vernachlässigen und Geschmacksfrage.)
Die Sumatrabarben solltest Du abgeben oder separat halten. Diese sind aus verschiedensten Gründen eher in einem Artenbecken und nicht unter 10 Stück, am besten zu halten. Sie sind meist extrem verspielt und können sehr leicht, speziell bei einer Haltung unter 10 Stück enormen Streß beim restlichen Besatz erzeugen, was diesen wiederum anfälliger für Krankheiten macht bzw. Krankheiten erst auslösen kann. Möglicherweise kannst Du sie ja gegen eine, wie ich glaube, besser geeignetere Art ersetzen, oder die Neons aufstocken.
Die Platys und auch alle Anderen würde ich falls möglich, beim geringsten Anzeichen von Krankheit rausfischen und in einem kleinen separaten Becken, wie von Niki bereits empfohlen, versuchen zu behandeln.
Falls Du das in deinem normalen Becken machst, kommt dieses nie ins Gleichgewicht und Du wirfst es möglicherweise um Wochen wieder zurück.
Überhaupt würde ich erst wieder neue Fische einsetzen bis sämtliche Probleme behoben sind und sich ein gewisses Maß an Gleichgewicht in deinem Aquarium eingestellt hat. Bedenke, ofmals ist weniger hantieren im Becken am Ende wesentlich mehr!!!
Dem bereits gegebenen Rat alle Fische vorübergehend in einem Quarantänebecken unterzubringen und das Hauptbecken einige Zeit besatzlos stehen zu lassen, kann ich ebenfalls einiges abgewinnen und finde diesen Tip nicht schlecht und sehr überlegenswert.
Sollten deine Fische, wie ich bereits gelesen habe, einen eigefallenen Bauch und Rückenverkrümmung usw. bekommen, könnte es sich um eine meist innere, aber auch äußere sichtbare, parasitäre Infektion handeln. Diese Krankheiten sind ansteckend und eine komplette Desinfektion des Beckens samt sämtliche Komponenten ist ofmals bei einem Becken deiner Größe und Arten zielführender als eine eventuell kostspielige (langwierige??) Behandlung mit diversen Mitteln im 200 Liter Becken, was einem Neustart bedeuten würde.
Aber dafür haben wir hier im Forum Alex (Marlboro) an seinen Rat würde ich mich im speziellen halten. Ich selbst bin kein Spezialist für Krankheiten, hatte auch noch keine in meinen Becken.
So, das wären vorerst meine persönlichen Gedanken dazu und ich hoffe, dass einiges für dich dabei war das dir eventuell helfen wird. Garantien gibt es leider ohne das Becken gesehen zu haben und speziell bei Ferndiagnosen leider keine.
Als persönlichen Tip möchte ich dir noch mitgeben, versuche so viel als möglich über die Ansprüche der von dir gepflegten Arten, auch über die Beschaffenheit und Wasserwerte in deren natürlichen Biotopen, sowie über wasserchemische Vorgänge im Aquarium selbst, zu lesen. Du wirst sehen, danach lösen sich viele vorerst geglaubten Rätsel von selbst.
Viel Erfolg und halte uns am laufenden.
LG
Fritz