hi,
immer wieder tauchen fragen zu dem thema auf, und da das jetzt mal zufaellig in einem anderen forum gefragt wurde, moechte ich meinen post auch hier sinnvoll einbringen

:
es gibt viele moeglichkeiten, etwas zu sterilisieren, von gamma-strahlung ueber uv-strahlung, chemikalien, autoklavieren, mit formalin ausraeuchern, kaliumpermanganat um pflanzen von schneckenlaich zu befreien, ...
fuer den hausgebrauch glaube ich kommt hauptsaechlich spiritus (70%iger alkohol), chlorbleiche und hitze in die engere auswahl. fuer diese aquaristischen fragen natuerlich vor allem hitze.
von der sauna wissen wir, dass trockene hitze sehr viel besser auszuhalten ist (bis zu 100°C!) als feuchte (in der dampfkammer isses schon bei um die 70°C aus). dementsprechend verhaelt es sich mit dem autoklavieren: trockene hitze (z.b. backrohr) erfordert entweder eine hoehere temperatur, oder eine laengere zeitdauer als in wasser. in zusammenhang mit wasser (kochen oder im druckkochtopf im dampf halten) geht sehr viel schneller. auch hier gilt aber, je hoeher die temperatur, desto kuerzer darf die zeit sein.
im druckkochtopf (das ist durchaus als professioneller autoklav zu sehen, nur dass die temperatursonde fehlt), kann man die temperatur auf 121°C bekommen, da reichen etwa 20min um alles leben und sporen abzutoeten. ich glaube, selbst die pathogenen keime im aquarium sind nicht so spezialisiert, dass das notwendig ist.
einige minuten im kochenden wasser oder 20-30min im backrohr wuerde ich als ausreichend ansehen.
wenn jemand in einem labor arbeitet (oder wen kennt), der kann sich auch einige streifen sogenanntes autoklavierband besorgen. auf diesem band ist eine markierung, die mit extrem widerstandsfaehigen sporen eines bakteriums (bacillus subtilis) beschichtet sind und daher als indikator verwendet werden koennen. wenn sich diese streifen braun faerben, dann kann man davon ausgehen, dass alles tot ist.
und einfach weil das immer wieder auftaucht:
nur weil unsereins, die warmblueter, nicht so gut im eis leben koennen, heisst das bloss nicht, dass einfrieren irgendwas mit abtoeten zu tun hat!! oft ist es genau der prozess des einfrierens und spaeter wieder auftauen, das die verschiedensten keime aktiviert!
kaliumpermanganat (als stark faerbendes pulver fuer einige groschen in der apotheke erhaeltlich) ist ein sog. oxidans. durch diese oxidation werden mikroorganismen abgetoetet. zurueck bleibt ein brauner rueckstand (der oft gar nicht mehr abgeht), der harmlose braunstein (MnO2). die dosierung ist denkbar einfach, sobald die leichteste rosa-faerbung zu sehen ist, wirkts. wenn die faerbung weg ist, heissts nachdosieren. in aelterer literatur wirds sogar im aquarium oder im gartenteich bei krankheitsfaellen verwendet, ich denke da gibts inzwischen gezieltere medikation. man darf nicht vergessen, dass solche chemische bomben ja auch die filterbakterien stark in rechenschaft ziehen.
noch ganz kurz zu alkohol und chlorbleiche zur oberflaechendesinfektion:
beides ist fuer alle organismen giftig (auch hefe stirbt bei spaetestens 14% alkohol).
allerdings ist auch beides fluechtig (auch der vergaellte), was sie daher oft sogar zur methode der wahl macht.
wichtig ist allerdings, dass hundertprozentik keine rueckstaende mehr vorhanden sind!
bei der chlorbleiche (hypochlorit, ein starkes oxidans) ist es ausserdem wert zu erwaehnen, dass die fleissige hausfrau den kuehlschrank nach der danclor-waesche mit essigreiniger nachpoliert - um eine minute spaeter mit einer chlorgasvergiftung darniederzuliegen!
jeglichen chlorreiniger (auch wenn "zitronengeruch" draufsteht) nie mit saeuren in verbindung bringen! seifen- oder prilloesungen sind prinzipiell alkalisch (also kompatibel sozusagen).
mehr faellt mir im moment nicht ein.
lg
niki