AUSTRIAN AQUANET
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AUSTRIAN AQUANET Forum 03. Dezember 2008, 04:28:02 *
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Autor Thema: Bauchwassersucht  (Gelesen 413 mal)
crazylife
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« am: 19. Oktober 2004, 19:18:35 »

Hallo

Habe einen Kirschflecksalmler mit den Symp. einer Bauchwassersucht aus dem Becken gefischt.
Hervortretende Augen, aufgeblasenen Körper und abstehenden Schuppen.
 
Darauf gleich einen TWW gemacht und Wasserwerte kontrolliert. alles I.o.  Das war vor drei Tagen.

Heute habe ich drei weitere Fische mit den selben symp. gesehen.
Ist die Krankheit ansteckend?

Was mit den restlichen Tieren?

Mein kleiner Wabenschilder hat auch schon das linke Auge leicht abstehent.

Wie kann ich mir die Krankheit eingefangen haben.
Mit Lebentfutter?

gruß
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crazylife
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« Antwort #1 am: 19. Oktober 2004, 21:54:40 »

Hallö

Hier ein Artikel von Lars Dettmann, den er einmal in d.r.t.a. über Bauchwassersucht geschrieben hat

Über die "Bauchwassersucht" wird seit Jahren viele Zeug´s geschrieben, was eindeutig in die Rubrik Ammenmärchen gehört. Den Erreger der "Bauchwassersucht" gibt es nicht, da es sich hier um eine Sammlung von Symptomen handelt, die man unter dem Begriff Bauchwassersucht zusammenfasst. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Karpfenteichwirtschaft. Hat man dort früher noch Aeromonas punctata & Co. für den Erreger gehalten, läuft die gleiche Erkrankung heute unter dem Begriff SVC (Spring Viremia of Carp) und wird als meldepflichtige Fischkrankheit einem Virus zugeordnet. Wie der Name SVC schon sagt, handelt es sich um ein Krankheitsbild, was hauptsächlich im Frühjahr auftritt. Durch die Überwinterung ausgezehrte Fische haben bei einem raschen Anstieg der Wassertemperaturen nicht mehr die nötigen Energiereserven, um die nötigen Umstellungen im Organismus zu bewerkstelligen. Sie werden somit zum potentiellen Opfer latent vorhandener Erreger. In Kenntnis dieser Zusammenhänge wird jeder Teichwirt versuchen, die Fische nicht an den Punkt kommen zu lassen, an dem er aus konditionellen Mängeln ins Schleudern kommt. In den letzten Jahrzehnten hat man diese Problematik über eine verbesserte Konditionierung der Fische vor und während der Winterung in den Teichwirtschaften relativ gut im Griff.



In der   Aquaristik ist man dagegen weder von der Witterung abhängig, noch gibt es so gravierende Störfaktoren wie Kormorane oder Schlittschuhläufer ... Wenn im AQ also diese Symptomatik auftritt, klemmt es also zu 99,9% bei den Haltungsbedingungen. Die bei Untersuchungen betroffener Fische nachgewiesenen Bakterien gehören in der Regel zum Standartsortiment der AQ-Biologie. Diese dramatisch hohe Infektionsgefahr ist also eher eine Frage des Zustandes der Fische, als der "Gefährlichkeit" des Erregers. - Damit soll aber keinesfalls das Risiko eines erhöhten Infektionsdruckes durch bereits akut erkrankte Tiere bagatellisiert werden.

Hintergrund der Symptomatik ist die Ansammlung von Flüssigkeit in Teilen des bzw. im gesamten Organismus. Eine Ursache dafür sind in der Hauptsache Erreger, die in betreffenden Bereichen und/oder aber direkt in der Niere für Entzündungen sorgen. Aber auch Vergiftungen mit Schädigungen der Niere führen über eine eingeschränkte Wasserausscheidung zu gleichen oder ähnlichen Symptomen. Hast Du bei einem Fisch schon die entsprechenden Merkmale von Aufgedunsen bis Glotzaugen mit Schuppensträube, sind zwei Probleme zu knacken. Auf der einen Seite sollte die Ursache der Flüssigkeitsansammlung ausgeschaltet werden, auf der anderen Seite sollte das "Wasser" aus Gewebe/Organismus raus. Das doppelt Dumme daran, die Niere als Ausscheidungsorgan für Wasser ist in aller Regel schon angegriffen. Tötest Du nun via Medikament die Bakterien, die die Entzündung verursachen, belasten deren Reste neben dem Medikament (?) eben auch wieder die Niere, weil der Müll ja irgendwie aus dem Körper muß. Es gibt immer mehrfach Postings, in denen Salzbäder als eine Therapiemöglichkeit genannt werden. Neben einer kurzfristigen Veränderung der osmotischen Verhältnisse wirkt Kochsalz (wie auch immer:) vitalisierend auf Fische. Den Versuch ist´s Wert. Primär muss es aber darum gehen, die eigentlichen Faktoren zu finden, die den Fisch daran gehindert haben, an sich nicht ungewöhnliche oder gar seltenen Erreger daran zu hindern, seinen Organismus auf den Kopf zu stellen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Bauchwassersucht ist ein Sammelbegriff und keine Krankheit, die einem Erreger zuzuordnen ist. Auslösende Ursache ist vor allen Dingen die mangelnde Kondition des Fisches. Als Erreger kommen sowohl biotische, als auch abiotische Faktoren in Betracht. Eine Therapie ist deshalb verdammt knifflig, weil Ursache (Haltungsfehler), deren primäre Folge (Infektion) und die sekundäre Folge (unter anderem ! Flüssigkeitsansammlung) möglichst zeitgleich in den Griff zu bekommen sind. Der Prophylaxe kommt daher größte Bedeutung zu. Das fängt beim Thema Wasserparameter (GH, KH, LF, CO2/O2) an und hört bei Futterzusammenstellung und Vergesellschaftung längst noch nicht auf.

lg
Marco
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Krypton
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« Antwort #2 am: 20. Oktober 2004, 00:29:53 »

Hallo Marko
Toller Artikel.
@crazylife
Ich denke in erster Linie geht es um deine WW. Poste die mal so ausführlich wie möglich.
Gruß
Fritz
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Ich möchte nur die Hälfte von dem wissen, was ich alles nicht weiß.
nicolleen
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« Antwort #3 am: 20. Oktober 2004, 10:33:51 »

hi!
toller beitrag!!
bei sowas denk ich mir manchmal, ob das nicht geht, dass man eine eigene rubrik fuer diverse beitraege, die eben nicht unter bericht fallen, gruenden koennte?
lg
niki
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nicolleen
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« Antwort #4 am: 20. Oktober 2004, 10:37:55 »

ach so, sorry, jetzt hab ich ja den eigentlichen grund fuer den artikel vergessen!
wie wohl richtig gesagt wurde, ist es schwer, von einem fall zum anderen zu verallgemeinern. aus unserer erfahrung (die siamesischen ruesselbarben von meinem bruder hatten das mal) hat sich ein taeglicher wasserwechsel von ca. 20-30% innerhalb von einigen tagen sehr heilsam ausgewirkt. alle fische haben sich erholt.
und rein vom gefuehl her (osmotischer druck) denke ich auch dass eine salzzugabe nicht von nachteil sein kann (z.b. 0.3%?).
lg
niki
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« Antwort #5 am: 20. Oktober 2004, 11:02:46 »

Hallö
Wie schon gesagt die Wasserparameter (GH, KH, LF, CO2/O2......) würden hier von Vorteil sein, genau so wie Besatz & Fütterung.
lg
Marco
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nicolleen
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« Antwort #6 am: 20. Oktober 2004, 11:25:17 »

...ja natuerlich muss man sich die ww mal anschauen!
die wollte ich nicht ausgrenzen :-)
lg
niki
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« Antwort #7 am: 20. Oktober 2004, 17:22:23 »

WW alle 7 tage 25%
ph 6.8
kh 4
gh 6
co2 60 B/min
25 Grad

Besatz:
noch 10 Kirschfleck
12 Schmucksalmler
2 Wabenschilder
6 Zitronensalmler
2 alte Trauermantel
4 siam. Rüsselbarben
6 Otos
4 Ringelhänder
auf 600l mit HMF

Gefüttert wird meist Flockenfutter und Taps
1xpro Woche Frostfutter rote und weiße und frisches Gemüse( Gurke Zuchini)

gruß
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« Antwort #8 am: 20. Oktober 2004, 20:59:52 »

Hy
Wie schaut es mit NO2 und NO3 aus?
Kannst du den CO2 messen? 60BL/min ist leider nicht genau,kann für manches Aquarium zu viel und für ander zu wenig sein.
Danke
lg
marco

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« Antwort #9 am: 20. Oktober 2004, 21:23:45 »

Hallo
No2 und No3 sehr gering >0,1 und nix
Co2 laut Dauertest genau richtig.
Es wurden auch in den letzten 2 Monaten keine veränderungen vorgenommen.
gruß
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